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Bierdeckel und de Nijmeegse Stadskrant

2017 ist längst da und es gibt immer noch ein paar wenige Castor-Plakate und kleine Versionen des Recht-auf-Stadt-Bildes, die ich zusammen mit den Artist-Editionen rausgeben werde. Die Jahresendverkaufsaktion ist somit um ein paar Tage verlängert.

Im Dezember erschien das Wimmelbild in der niederländischen Zeitung „De Nijmeegse Stadskrant“. Leider kann ich nur ahnen, was in dem Artikel geschrieben steht, da ich die Sprache nicht kann. Aber was ich lese, hört sich gut an und ich freue mich, dass das Bild auch im Nachbarland wahrgenommen wird. Der Artikel ist natürlich auch online zu lesen: (LINK)
In Jena erfreuen sich derweil KneipengängerInnen einschlägiger Lokale an Biedeckeln mit einem kleinen Ausschnitt des Wimmelbildes, die vom StuRa Jena (LINK) gedruckt und verteilt wurden. Eine lustige Idee, wie ich finde. Hier ein paar Bilder mit Bierdeckeln und Nijmeegse Stadskrant.

Critical Mass (CM)

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Critical Mass ist eine halbwegs weltweite Bewegung von Menschen, die gerne Fahrradfahren und darin eine Alternative zum motorisierten Individualverkehr besonders in Städten sehen und darauf aufmerksam machen wollen. Die Aktion entstand 1992 in San Francisco und verbreitete sich schnell über Länder- und Kontinentalgrenzen hinaus und findet heute regelmäßig in hunderten von Städten statt.
Siehe auch Critical Mass (Wikipedia)

Bike-Up (Budapest 2007)
Bike-Up (Budapest 2007)

Critical Mass geht im Prinzip so: Die Teilnehmenden verabreden sich (Facebook, Internet, …) und starten gemeinsam zu einer Radtour. Man fährt auf der Straße und wer vorne fährt bestimmt, wo es lang geht. Es gibt keinen festgelegten Plan, wo lang und wie lange die Tour gehen wird, ebensowenig, wie es eine offizielle Organisatorin oder einen „Chef‟ gibt. Wird eine Kreuzung befahren, sperren die ersten die Seitenstraßen ab (Korken), so lange bis alle auch unabhängig der Ampelfarben die Kreuzung überquert haben. In Deutschland ist das sogar durch die StVO §27 gesetzlich abgesichert. Am Ende der Tour heben alle ihre Fahrräder in die Luft (Bike-Up) und demonstrieren gegenseitige Solidarität. Neben vielen spezielle Begriffen gibt es zu der CM auch einige Verhaltensregeln, die sich als sehr sinnvoll herausgestellt haben. Das ist sehr schön auf der Webseite der Berliner Critical Mass  nachzulesen, wo es auch ein Lexikon und vieles mehr zu entdecken gibt. Auch, ob es in Deiner Stadt eine CM gibt, kannst Du dort erfahren.

Aus eigener Erfahrung heraus kann ich nur jeder und jedem nahelegen, zumindest einmal bei einer CM mitzufahren, sofern einem das Radfahren liegt. In Berlin nehmen in den Sommermonaten mitunter mehrer tausend Menschen an diesen „spontanen‟ Radtouren teil und es ist ein wirklich großartiges Gefühl, sich in großer Gruppe mit dem Rad frei durch die Stadt bewegen zu können, nicht ständig anhalten zu müssen, sich nicht ständig im Verkehr behaupten zu müssen.

Nicht nur für Berliner*innen sei noch auf eine andere große Fahrradveranstaltung hingewiesen – die jährliche Sternfahrt des ADFC, an der mitunter über 100.000 Radfahrer*innen teilnehmen.

Weiterführende Links:

Critical Mass (Wikipedia Eintrag)
Critical Mass Artikel in „Der Freitag“ vom 11.07.2014
CriticalMass Berlin
Video (Vimeo): Halloween Critical Mass Hamburg 2012
Video (Vimeo): Critical Mass London 2011
Video (Vimeo): Indonesia Critical Mass 2013
Tiltshift-Video (Vimeo): Critical Mass Budapest 2010

Und wem CM noch nicht verrückt genug ist, dem sei vielleicht diese Dokumentation über den New Yorker Black Label Bike Club von 2006 empfohlen, der sich gegen die geringe Gebühr von 1€ bei Vimeo angucken lässt (Trailer geht natürlich kostenlos):
B.I.K.E. – The Movie

Fette Mieten Party

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Wimmelbild-Originale: Die Fette Mieten Party

Die Aktion „Fette Mieten Party‟ ist um 2005 in Frankreich von dem Kollektiv „Jeudi noir‟ entwickelt worden und hat sich schnell über die Landesgrenzen hinaus verbreitet. Spaßig maskierte Aktivist*innen treffen sich flashmobig zu Wohnungsbesichtigungen von stark überteuerten Wohnungen und stören den Vermietungsversuch durch freudiges feiern und tanzen. Der Protest richtet sich gegen hohe Mietsteigerungen und will allgemein Themen wie Mieterproteste, Gentrification, Vertreibung, etc. ins Gespräch bringen. Bis heute gibt es immer wieder Wohnungsbegehungen dieser Art und eine Suchmaschinenanfrage bringt neben vielen Hintergrundinformationen auch jede Menge Fotos und Videos von solchen Aktionen zu Tage.

In Berlin gab es um 2010 ein paar „Hedonistische Wohnungsbesichtigungs-Rallys‟ die auf der Webseite wohnungsbesichtigungsrallye.blogsport.de mit Hintergrundinfos angereichert dokumentiert sind. Das Video der 2. hedonistischen Wohnungsbesichtigungsrally möchte ich hier stellvertretend für viele tolle Videos fetter Mieten Partys posten, weil es für mich durch seine trashige Ästhetik, einem extrem albernen Soundtrack und viel entwaffnender Nacktheit einen Höhepunkt dieser Protestform darstellt, der einfach nur Spaß macht.

Weiterführende Links:

 

Schwarzfahrer-Waggon

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Wimmelbild-Originale: Der Schwarzfahrer-Waggon

Im Oktober 2013 gestalteten Graffiti-Künstler*innen einen Waggon der Stuttgarter S-Bahn zum Schwarzfahrer-Waggon um. Wie lange der durch die Stadt fuhr, ob er tatsächlich von Schwarzfahrer*Innen genutzt wurde und wer dieses nette Kunstwerk vollbracht hat, ist leider völlig unbekannt. Aber es existieren ein paar Fotos des Waggons und auch ein paar Blogs berichten von der Aktion.

Original Schwarzfahrer-Waggon
Original Schwarzfahrer-Waggon

In diesem Zusammenhang erschreckend fand ich die Information, dass 68 Gefangene in der JVA Plötzensee / Berlin wegen Schwarzfahrens und ähnlicher „Verbrechen“ einsitzen (Stand Ende 2015).  Das geht zumindest aus diesem Artikel der Berliner Zeitung hervor:
Zum Artikel der Berliner Zeitung hier klicken.

Umso sympathischer erscheint dabei dieser Schwarzfahrer-Waggon, weshalb er auch deshalb einen Platz auf dem Wimmelbild bekommen hat.